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 Mai / Juni 2018

Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht dessen, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht. Hebr. 11, 1

Zuversicht, Hoffen, Nichtzweifeln - aber nicht sehen; so wird in unserem Monatsspruch der Glauben beschrieben. Starke Worte. Wie steht es um unseren Glauben? Im Deutschen haben wir mit dem Wort "glauben" unsere Deutungsschwierigkeiten. Was man nicht wissen kann, muss man glauben; ich glaube nur was ich sehe; ich glaube das es morgen schönes Wetter gibt... - Viele Bereiche die beschreiben, dass es mit glauben manchmal sehr ungewiss ist. In der griechischen Bedeutung steht weniger Wissen oder Nichtwissen (können) im Mittelpunkt. Hier geht es viel stärker um Beziehung. Vertrauen ist gemeint. Und so wird auch unser Blick auf den Glauben etwas sicherer. - Unser Vertrauen auf unseren Herrn ist uns eine feste Zuversicht. Sie gibt uns Hoffnung und lässt uns nicht an unserm Gott zweifeln, auch wenn wir ihn (noch) nicht sehen. Beschreibt das nicht etwas besser unsere Stellung zu Gott? Es ist und es bleibt dabei - wir können unseren Herrn und Gott nicht mit eigenen Augen sehen. Wir können ihn nicht mit unseren Händen greifen. Wie war das doch früher alles besser. In den Berichten der Evangelien können wir von Menschen lesen, die Jesus ansehen und anfassen konnten. Wie haben die es doch gut gehabt... - Die Bibel beschreibt etwas anderes. Jesus zu sehen, zu hören, seine Wunder zu erleben - es hat keinen Glauben, kein Vertrauen zu ihm als Gottessohn und Retter hervorgebracht. Tausende haben ihm zugejubelt - aber die große Menge lehnte ihn letztlich ab. Ja sie ließen ihn hinrichten. Und so verweist der Schreiber des Hebräerbriefes auch nicht auf die Augenzeugen zur Zeit Jesu als Glaubensvorbilder. Im Kapitel 11 beschreibt er viele Begegnungen aus dem Alten Testament, in denen Menschen ihrem Gott vertraut haben. Und so lädt er uns ein, unserem Gott auch zu vertrauen. Wir haben sein Wort. Wir können darin lesen. Wir können darüber hören. Und so können wir den kennen, den wir nie gesehen haben. Wir werden ihn immer wieder spüren. Wir bekommen Kraft, die wir selber nicht haben. In Hebräer 10, 39 steht: "Wir aber sind nicht von denen, die zurückweichen und verdammt werden, sondern von denen, die glauben und die Seele erretten." Auch so ein sperriger Vers. Vor 33 Jahren bekam ich diesen Vers am Pfingstsonntag als Konfirmationsspruch. Mein Pfarrer hatte ihn für mich ausgewählt. Seit dem bin ich immer wieder über das "glauben können" gestolpert. Vertrauen ist wohl wirklich eine bessere Übersetzung. Es bleibt ein Lernprozess. Dabei war es doch als Baby ganz einfach. Ich habe meine Eltern nicht hinterfragt. Ich habe vertraut, dass sie es für mich gut machen. Wenn Jesus unseren kindlichen Glauben fordert - ob er genau das versteht? Wir hinterfragen vieles und verlieren dabei Vertrauen. Und so müssen wir es immer wieder neu wagen. Aber es gibt Hilfen auf unserem Glaubensweg. Wir dürfen schauen - auf all das was Gott uns und anderen schon geschenkt hat. Im Hebräerbrief werden wir auf das Alte Testament verwiesen. Wir können aber auch in die Kirchengeschichte - oder noch besser auf unser eigenes Leben zurückblicken. Was haben wir nicht für einen großen Herrn. 33 Jahre habe ich das Festhalten und Vertrauen als Segensvers über meinem Leben. Was gab es da nicht alle für Situationen die zum aufgeben führen konnten. Aber ich vertraue ihm immer noch. Nicht weil ich so gut "glauben" kann. Nein ER, den ich nicht sehe, ER sieht mich, kennt mich und liebt mich. Und er hat mich 33 Jahre gehalten. Darüber kann ich nur dankbar staunen. Und so möchte ich ihm weiter vertrauen, auch wenn ich ihn nicht sehe. Und er wird mir Kraft und Zuversicht schenken - nicht für die nächsten fünf Jahre; aber für den nächsten Schritt.

März/April 2018

Es ist vollbracht!           Johannes 19, 30

Es ist vollbracht. Vollbracht? Wirklich? In diesem Jahr lesen wir die Passionsgeschichte nach Johannes. Er ist der Jünger, der am Ende mit einigen Frauen nahe beim Kreuz stand. So berichtet er stärker von den stillen, leisen Worten am Kreuz. Am Ende steht: "Es ist vollbracht!" Kein Schrei. Ein leises Wort. Ein starkes Wort. Jesus sagt, dass er ganz bewusst für uns den Weg bis an das Kreuz gegangen ist. Es war weder ein Zufall, noch ein unberechenbarer Zornausbruch des Volkes und auch kein aus dem Ruder gelaufener Justizirrtum des römischen Staates. Dieser Weg war von Anfang an klar. Dieser Weg wurde von Anfang an versucht zu verhindern. König Herodes stellt dem Baby Jesus nach. Der Teufel möchte Jesus von seinem Weg abhalten, noch bevor der zu predigen beginnt. Der Teufel bietet Brot aus Steinen, lockt mit Bibelworten und bietet schließlich Jesus an, ihm die ganze Welt zu überlassen (Mtt 4). Ein scheinbar verlockendes Angebot. Jesus könnte die Menschen erreichen ohne leiden zu müssen. Das ärgerliche Kreuz wäre nicht nötig gewesen. Als Jesus später tausende Menschen satt macht, haben diese auch die Idee - den machen wir zum König. Die Bergpredigt als Regierungsprogramm hätte Mehrheiten gefunden, es hätte nicht einmal eines Koalitionsvertrages bedurft. Aber Jesus blickt weiter. Jesus geht weiter. Er geht seinen Weg weiter - bis an das Kreuz. Für uns! Denn bei allem wirklich guten Leben unter der Regierung von Jesus auf dieser Erde, dieses Machtangebot hatte einen Haken. Es hätte "Frieden auf Erden" bedeutet. Ein Teil der Weihnachtsbotschaft hätte sich endgültig vollzogen. Wo aber bliebe "Ehre sei Gott in der Höhe?" Vor allem wo bliebe die Versöhnung mit Gott? Seit Adam lebt der Mensch getrennt von Gott. Darauf steht das Todesurteil. Und dabei bleibt Gott. Nur weil Jesus unschuldig an das Kreuz gegangen ist, gilt sein Tod als Sühne für unsere Trennung von Gott. Er ist diesen Weg bis ans Ende gegangen. So konnte Jesus am Ende seines irdischen Lebens diesen Satz sprechen: "Es ist vollbracht!" - Es ist geschafft! Die Rettung ist vollendet und uns wird selbst der dunkle Karfreitag zu einem kaum zu begreifenden Siegesfest.Es ist vollbracht! - Und für uns selbst? Adrian Plass schreibt in seinem Andachtsbuch zur Passion: "Es ist vollbracht. Vollbracht? Wirklich? Ich glaube kaum...Nicht, solang ich die Botschaft in deinen schmerzerfüllten Augen nicht verstehe, dass die, die du geliebt und hier gelassen hast, damit sie mit mir leben, für mich Aufgabe sind...Nicht, solang das öffentliche und das heimliche Gesicht meiner angeschlagenen Christlichkeit einander nicht begegnen und eins das andere erkennen können ...

Vollbracht? Nein - ich glaube kaum. Noc                                     (Adrian Plass, Ich setze auf die Hoffnung, Brendow Verlag 1999)

 

 

Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst. Offb. 21, 6

Ein tröstliches Wort das uns durch das neue Jahr hindurch begleiten soll. Gott selber möchte unseren Durst stillen. Er lässt uns an seiner Quelle leben. Durch die Quelle ist sichergestellt, dass immer Wasser zur Verfügung ist. Weil er uns gibt, müssen wir auch nicht die Wasserrechnung bezahlen - er gibt, was wir brauchen. Es ist gut, in Gott einen Vater zu haben, der uns gibt, was wir brauchen. Allerdings gilt der Zuspruch des lebendigen Wassers nicht speziell für die 12 Monate des Jahres 2018. Im biblischen Zusammenhang werden wir mit diesem quellfrischen Bild vielmehr weit in die Zukunft blicken. Hier ist vom himmlischen Jerusalem die Rede. Hier geht es um die neue Schöpfung Gottes. Er sagt selbst: "Siehe, ich mache alles neu." Für wen macht Gott alles neu? Für die Menschen, die in ihm den größten Schatz ihres Lebens entdeckt haben. Es fällt auf, das wir 2018 nur mit einem halben Bibelvers durchs Jahr " geschickt werden. Vor der göttlichen Erfrischung steht noch etwas: "Ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende." Wir sollen Gott nicht ausschließlich als unseren Versorger ansehen, der täglich gibt, was wir brauchen. Die Gefahr besteht darin, das wir es als Gottes Aufgabe ansehen. Er muss uns doch versorgen! Nein hier wird zunächst der Ewige beschrieben. Er sprach und es ward. Das ist der Anfang, die Schöpfung. Und er macht alles neu. Das ist das O - der letzte Buchstabe des griechischem Alphabets. Nach deutscher Sprache müsste man eher sagen von A-Z. Er der gestern die Welt erschaffen hat, steht uns heute bei und wird morgen alles neu machen. Das ist der Ewige. Nehmen wir Gott so wahr?

Dann ist er mehr als nur der zuständige Versorger für meine heutigen Bedürfnisse. Einen Vers nach unserer Jahreslosung wird das auch in der Offenbarung deutlich. "Wer überwindet, der wird alles ererben, und ich werde sein Gott sein, und er wird mein Sohn sein." Erbe, Kind Gottes, wird sein, wer dranbleibt am Ewigen. Gott versorgt die,  die durstig nach ihm sind. Ihm geht es um die Beziehung zu uns. Deshalb ist Jesus zu uns auf die Erde gekommen. Das haben wir gerade an Weihnachten gefeiert. Den Gott der zu uns kommt, damit wir mit ihm leben können, damit wir eine Beziehung zu ihm haben dürfen. Ja sogar damit wir den Schöpfer dieser ganzen Welt Vater nennen dürfen! Das Bild von der Quelle in der Gottesstadt ist das Bild vom himmlischen Jerusalem, in dem Gott wieder sichtbar unter uns wohnen wird.

Jesus hat uns versprochen schon jetzt, auch auf der "alten" Erde täglich bei uns zu sein, bis an deren Ende. So dürfen wir damit rechen, dass er uns auch 2018 mit frischem Wasser versorgen wird. Seine Quelle für uns ist sein Wort. Lassen wir uns von ihm täglich erfrischen?

Bleiben wir auch im neuen Jahr an seiner Seite? Ich wünsche es uns. Wir wissen nicht, was dieses Jahr uns bringen wird.

Jesus lädt uns ein bei ihm zu bleiben - heute, durch das neue Jahr hindurch und bis in das himmlische Jerusalem möchte er uns erfrischen.

Lied zur Jahreslosung: https://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=4&cad=rja&uact=8&ved=0ahUKEwiPstbmx7fYAhWJFuwKHbaMC54QtwIIPzAD&url=https%3A%2F%2Fwww.youtube.com%2Fwatch%3Fv%3DQNWNtKcCnlI&usg=AOvVaw36CZZj4aHPlnu9CypEu3j5

 

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